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Mac Mini & Mac Studio als Heimserver: 12 Watt Stromverbrauch

16 Tage Messung mit dem Strommessgerät: Mac Studio M1 Max mit 25 Containern und lokaler KI. 11,6 Watt im Schnitt, 50 Watt Peak, unter 40 Euro Strom im Jahr.

Die Guides hier entstehen beim Bauen von famstack, dem Open-Source-Heimserver-Stack. Ich betreibe den Stack für meine Familie. Fotos, Dokumente, Chat, lokale KI. Alles auf einem Mac.

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Ich habe mit einem Strommessgerät gemmessen, wieviel mein Mac Studio M1 Max an Strom verbraucht. Die Messung lief über 16 Tage. Kein Laborbetrieb, sondern der normale Alltag: 25 Docker-Container rund um die Uhr, über den Tag verteilt Ollama-Sessions, dazwischen ein paar Benchmark-Läufe. Das Ergebnis hat mich wirklich überrascht.

4,574 kWh in 393 Stunden. Macht 11,6 Watt im Schnitt.

Eine frühere Messung über 78 Stunden, das erste Wochenende, lag bei 11,8 W. Das längere Fenster hat die Zahl bestätigt.

#Die Messwerte

  1. März, 08:54 Uhr bis 22. März, 17:47 Uhr. Zählerstand am Anfang 0,240 kWh, am Ende 4,814 kWh.
ZeitraumVerbrauch
Pro Stunde0,0116 kWh (11,6 W im Schnitt)
Pro Tag0,279 kWh
Pro Monat8,5 kWh
Pro Jahr101,6 kWh

Bei 38 Cent pro kWh sind das:

ZeitraumStromkosten
Monatlich3,22 €
Jährlich38,61 €

Unter 40 Euro im Jahr, in einem Land mit den höchsten Strompreisen Europas.

#Was da eigentlich läuft

Das ist keine Kiste, die nur vor sich hin idlet. Auf dem Mac Studio M1 Max mit 64 GB Unified Memory laufen:

Spitzenwert während der LLM-Inferenz: 50 Watt. Mehr habe ich in den kompletten 16 Tagen nicht gesehen.

#Speicher läuft getrennt

Die Zahlen oben gelten für das Mac Studio. Der Backup-Speicher hängt separat dran: zwei 6-TB-WD-Reds in einem Terramaster-DAS-Gehäuse für Time Machine und WORM-Backups. Ebenfalls mit dem Messgerät einzeln gemessen.

ZustandLeistungsaufnahme
Platten gemountet9 W
Platten ausgehängt (Standby)2,5 W

Ich lasse die Backups in festen Zeitfenstern laufen, anstatt die drehende Platten 24/7 aktiv zu halten. Den Großteil des Tages liegt das Terramaster bei 2,5 W.

Kompletter Stack inklusive Speicher:

KonfigurationSchnittPro Jahr
Mac Studio allein11,6 W38,61 €
+ Terramaster (Platten gemountet)20,6 W68,58 €
+ Terramaster (Standby)14,1 W46,94 €

#Zum Vergleich

#Gegen ein NAS

Eine Synology DS923+ mit vier Platten liegt im Leerlauf bei 30 bis 35 W. Die DS1522+ kommt auf etwa 23 W im Standby mit drehenden Platten. Der Großteil davon entfällt auf die Platten.

Ein NAS kann eine Sache richtig gut: zuverlässiger Dateispeicher mit RAID. Anderer Anwendungsfall als ein Allzweck-Heimserver. Der Stromvergleich ist trotzdem bemerkenswert, weil der Mac Studio samt Terramaster mit beiden Platten gemountet bei 20,6 W liegt und dabei 25 Container, KI-Inferenz und die ML-Indexierung der Fotobibliothek stemmt. Ein Synology NAS zieht 30 bis 35 W, um Dateien zu speichern und im Netzwerk bereit zu stellen.

GerätLeistungWas es macht
Synology DS923+ (4 Platten)~30-35 WDateispeicher, RAID
Synology DS1522+~23 WDateispeicher, RAID
Mac Studio + Terramaster DAS20,6 W25 Container, KI, Foto-ML, 2x6 TB Backup
Mac Studio (nur Rechner)11,6 W25 Container, KI, Foto-ML

#Gegen eine Bose 5.1, die exakt nichts tut

Unsere betagte Bose-5.1-Anlage habe ich mit demselben Messgerät gemessen. Ausgeschaltet. Spielt nichts. Steht im Standby. 30 Watt. Eine Surround-Anlage im Standby zieht also mehr, als der Mac Studio im Schnitt braucht, während er 25 Container und lokale KI betreibt.

#Gegen einen Mini-PC mit AMD

Ein Mini-PC mit AMD Ryzen ist der nächste x86-Konkurrent, wenn es um Effizienz geht. Ein Beelink SER8 mit Ryzen 7 8845HS liegt unter Ubuntu bei 7 bis 10 W an der Steckdose. Andere Geräte dieser Klasse (Minisforum UM890, Beelink SER5) landen in denselben 6 bis 10 W. Im Leerlauf also vergleichbar mit dem Mac Studio.

Der Haken: ohne dedizierte GPU keine brauchbare lokale LLM-Inferenz. Die integrierte Radeon-Grafik kann kleine Modelle technisch ausführen, aber bei allem oberhalb von 7B bleiben einstellige Tokens pro Sekunde übrig. Für Docker-Workloads, Pi-hole, Reverse Proxy und Medien-Streaming sind diese Mini-PCs bei Watt pro Euro schwer zu schlagen.

#Gegen einen AMD-Rechner mit dedizierter GPU

Ein AMD-System habe ich nicht selbst gemessen. Die Zahlen unten stammen aus veröffentlichten Specs und Messungen aus der Community.

Lokale LLMs auf x86 heißt dedizierte GPU. Eine RTX 4090 zieht bis zu 412 W während der Inferenz. Eine RTX 3090 ist mit 350 bis 390 W angegeben. Das ist die GPU allein, ohne CPU, Mainboard, RAM und Netzteilverluste.

An der Steckdose liegt ein Ryzen-Tower mit RTX 4090 oder 3090, headless unter Linux und mit konfiguriertem Power Management, im Leerlauf bei 50 bis 70 W. Ohne Tuning oder mit angeschlossenem Monitor werden daraus 80 bis 130 W. Die GPU allein liegt im Leerlauf bei 10 bis 20 W (RTX 4090) beziehungsweise 20 bis 30 W (RTX 3090).

SetupLeerlauf (Steckdose)Peak Inferenz (Steckdose)
AMD + RTX 4090 (headless, getunt)~60 W~450 W
AMD + RTX 3090 (headless, getunt)~65 W~400 W
AMD Mini-PC (ohne GPU)~8 Wentfällt
Mac Studio M1 Max~12 W~50 W

Die Leerlaufwerte der AMD-Tower setzen headless Linux mit konfiguriertem Power Management voraus. Mit Monitor oder ohne Tuning kommen 20 bis 40 W obendrauf.

#Warum Apple Silicon so wenig zieht

Auf einem klassischen x86-System sitzt die GPU auf einer eigenen Platine, mit eigenem VRAM, eigener Stromversorgung und eigener Kühlung. Die Modellgewichte müssen in dieses VRAM passen, und die Daten wandern über den PCIe-Bus zwischen Arbeitsspeicher und GPU-Speicher hin und her. Selbst im Leerlauf zieht die dedizierte GPU 10 bis 30 W. Einfach, dass sie da ist.

Auf Apple Silicon teilen sich CPU, GPU und Neural Engine denselben physischen Speicher auf einem Chip-Package. Kein PCIe-Transfer, kein getrenntes VRAM, keine Grundlast durch eine separate Grafikkarte. Ollama lädt ein Modell in den Unified Memory, die GPU-Kerne greifen direkt darauf zu, Metal übernimmt die Matrixrechnerei. Die komplette Inferenz läuft auf einem SoC.

Das gilt nicht nur für KI. Docker-Container, die ML-Indexierung von Immich, Dateiauslieferung, alles läuft auf demselben sparsamen Chip. Es gibt keine zweite Komponente, die nebenher Grundlast zieht.

Die RTX 4090 ist bei roher Inferenz schneller, sie hat rund die 2,5-fache Speicherbandbreite eines M1 Max. Diese Geschwindigkeit kostet die neunfache Spitzenleistung und die fünffache Grundlast. Wie sich das auf die tatsächliche Inferenzleistung auswirkt, habe ich in MLX vs. llama.cpp auf Apple Silicon gemessen.

#Der Mac Mini sollte ähnlich liegen

Gemessen habe ich einen Mac Studio M1 Max, aber das Verbrauchsverhalten folgt aus der Chip-Architektur, und die ist über die ganze Reihe hinweg dieselbe. Ein Mac Mini M4 liegt im Leerlauf bei etwa 5 bis 7 W. Der M4 Pro mit 48 GB sollte unter vergleichbarer Last in derselben Größenordnung landen. Apples eigene Datenblätter geben den Mac Studio M1 Max mit 17 W im Leerlauf an, was zu dem passt, was ich unter leichter Container-Last gemessen habe.

Der Mac Studio bringt mehr Unified Memory mit, bis zu 192 GB in den Ultra-Konfigurationen, und mehr Thunderbolt-Ports. Am Stromverhalten ändert das nichts. Wenn du gerade einen einrichtest: die Grundkonfiguration steht in prepare your Mac as a home server.

#Was das über die Jahre kostet

Bei einer Maschine, die 24/7 läuft, summiert sich der Strom. Hochgerechnet aus 16 Tagen gemessener Daten:

SetupkWh pro JahrKosten pro Jahr
Mac Studio allein101,638,61 €
Mac Studio + Terramaster~180~69 €
Synology DS923+ (4 Platten)~263-307~100-117 €
AMD + RTX 4090 (Leerlauf)~526~200 €

Der AMD-Wert ist reiner Leerlauf, aus veröffentlichten Messungen. Jede Inferenzlast kommt obendrauf. Die 101,6 kWh des Mac Studio enthalten dagegen echte Inferenz-Sessions über den kompletten Messzeitraum.

Über fünf Jahre sind das rund 193 Euro Strom. Ein AMD-Tower mit RTX 4090 liegt bei etwa 1.000 Euro, und da hat er noch nichts gerechnet.

Diese 800 Euro Unterschied an Stromkosten sind ein Argument, das bei der Hardwareauswahl selten auftaucht.

#Fazit

Ein Mac Studio M1 Max zieht im Schnitt 12 Watt, während er 25 Docker-Container betreibt, nebenbei als Workstation dient und lokale KI-Inferenz fährt. Mit Terramaster-DAS und zwei 6-TB-Platten sind es 21 W. Peak während der Inferenz: 50 W. Das ist weniger, als eine Synology braucht, um ausschließlich Dateien auszuliefern.

Für unter 40 Euro Strom im Jahr, unter 70 Euro mit Speicher, läuft darauf eine Fotobibliothek mit ML-Indexierung, eine Dokumentenverwaltung, ein privater Messenger, Werbeblockierung fürs ganze Netz, ein Reverse Proxy und lokale Sprachmodelle. In einem der teuersten Strommärkte Europas.


Das große Ganze: You Bought a Mac Mini. Now What? → — wofür dieser Strom eigentlich draufgeht.

famstack ist der Stack, der bei mir zu Hause läuft: Fotos, Dokumente, Familienchat und lokale KI, in Docker auf einem Mac. Open Source, eingerichtet über ein CLI.

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